Freitag, 30. November 2018

Wanderung Köln-Stammheim – Bergisch Gladbach

Am letzten Sonntag – bei grau-düster und nass-kaltem Wetter – wanderte ich weitgehend im sehr selten von mir besuchten Nordosten Kölns herum. Um die 7 Grad, aber geregnet hat es nicht. 

Ich fuhr mit der S-Bahn nach Köln-Stammheim. Abgesehen davon, dass ich eine Woche zuvor bereits am Rande des Ortes spazieren ging, ist nicht dokumentiert, dass ich dort schon mal zuvor gewesen wäre. Ein Köln-Feeling hat man dort nicht unbedingt, der Ortsteil am Rhein ist sehr ruhig, das Geschäftsleben eher rudimentär-unterentwickelt. 


Bekannt ist mir Stammheim am ehesten als Standort der Kölner Großkläranlage am Nordrand des Stadtteils, deren Reinigungsleistung dem Abwasser von 1,3 Millionen Menschen entspricht. Ich habe sie auf der Tour aber nicht weiter beachtet und auch nicht gerochen. 

Sehenswert in Köln-Stammheim ist vor allem der Schlosspark mit seinem alten Baumbestand, Skulpturen, Dämonen und einem Lost Place:


>Im Schlosspark<


Auch bei diesem etwas trüb-grauen Wetter wirkt die Lokalität noch ganz stimmungsvoll. 


Der Lost Place ist nicht etwa das Schloss, denn dieses wurde 1944 zerstört, und die Ruinen verschwanden Anfang der 1950er Jahre. Daneben entstand dann das sog. Haberland-Haus als Werks-Altenheim von Bayer, das später als Studentenwohnheim genutzt und im Jahr 2001 aufgegeben wurde – heute ein schwer gesicherter Lost Place. 


>Haberland-Haus, Schlosspark Köln-Stammheim. Dies ist nur die rheinwärts gewandte "Schokoladenseite". Der sich nach hinten erstreckende Gesamtkomplex ist viel größer.<

Ich verließ Stammheim und ging auf einer nördlichen Route über Felder nach Köln-Dünnwald. Unterwegs, in den Feldern, kommt man an alten Klärbecken vorbei, die sich selbst überlassen wurden und eine undurchdringliche Gestrüpp-Baum-Landschaft bilden:



Kaum einer dürfte die Geschichte dieser Lokalität wirklich kennen, aber meine knapp 35 Jahre alte topographische Karte zeigt diese Klärbecken. 


>Gebäude-Ensemble Haus Haan, Köln-Dünnwald, ein ehemaliges Rittergut<

Zwischen Dünnwald und Dellbrück kommt man durch Wald und an Halden und stillgelegten Kies-Seen vorbei:


 >Seen nördlich von Dellbrück. Im oberen Bild der Höhenfelder See, der See im unteren Bild hat keinen Namen.<


 


Die Seen nahm ich mit, ging aber nicht nach Dellbrück, sondern nach Hand und Duckterath. Das sind Ortsteile der Nachbarstadt Bergisch Gladbach. In Duckterath gibt es eine S-Bahn-Station, von der aus ich zurück nach Köln fuhr. 

16,5 km war diese Tour ungefähr lang, zzgl. 1 km, die ich zum/vom Bahnhof nach Hause brauche. Ich habe mal meine Schrittzähler-App auf diese 17,5 km geeicht. Sie zeigt 24.583 Schritte, 3.8 km/h und 1.107 kcal verbrauchte Energie für diese Tour an. 

Ob das wohl stimmt? Lt. App gehe ich mit dieser Eichung an ganz normalen Arbeitstagen wie heute ungefähr 5 km täglich. Das kommt mir etwas viel vor, zumal ich das Smartphone gar nicht in der Hosentasche immer dabei habe. Wahrscheinlich sollte ich die App noch mal etwas genauer eichen anhand einer klar definierten Strecke.

Kommentare:

  1. Oh der Schrittzähler, so ein Display wurde mir auf das Rad gelegt, ob als Joke oder Fundsache?
    Jedenfalls werde ich es bekannt machen, vielleicht wird es vermisst.

    Die Angaben von Schrittzählern aus meinem Umfeld zweifel ich an, für mich auch unwichtig, es gibt kein Kilometergeld für die Füße ;).

    Auf deinen Fotos wechseln Schönheiten für das Auge mit fast Endzeitstimmungen ab.
    Der geflügelte Mops ist wünschenswert, die armen Hunde sehe ich auf meinen Wegen mit der Luft und ihren kurzen Beinen kämpfen...
    LG Kelly

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    1. Apropos Endzeit, nachts gehen der Mops und die Holzeulen vermutlich auf Jagd.

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  2. Stammheim...... da war doch was....... aber nicht in Köln, wie ich dann bei Tante Gu nachgelesen habe sondern Stuttgart.
    Ja Irrtümer passieren.
    Bild Nr. 3 - sind das Skulpturen oder nur Reste von "irgendwas"? Sehen so nach "vorgebeugten" Personen aus.

    Schrittzähler App - das würde bedeuten, dass wirklich jeder Schritt gezählt wird? Aber ich mache als Frau vielleicht 1-1/2 mehr Schritte pro Zählvorgang, wie Du. Weil ich kleiner bin und demnach kleinere Schritte mache und Du mit Siebenmeilenstiefeln viel größere. Wie kompensiert der Zähler das?

    LG

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    1. Das sind Skulpturen.

      Der Schrittzähler interpretiert Bewegungen als Schritte oder andere Bewegungen. Dein Gewicht und deine Schrittlänge musst du eingeben. Wie gesagt, die Schrittlänge lässt sich eichen anhand der tatsächlichen Entfernung, die zurückgelegt wurde. Allerdings brauche ich auch noch eine App, die mir das tatsächlich anzeigt, also mittels GPS die Weglänge vermisst. Diese ermittele ich bisher manuell aus meinen Karten. Und ja, die Schrittlänge ist vermutlich nicht immer gleich, z.B. kleiner, wenn man bergauf oder generell langsamer geht, z.B. bei Hitze.

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