Mittwoch, 10. Oktober 2018

Walnuss-Wanderung Bonn-Mehlem – Oedingen – Oberwinter

Am letzten Freitag hatte ich frei, und nach einem Arzttermin am frühen Morgen konnte ich mich aufmachen, bei schönstem sonnigen Herbstwetter weiter nach Walnüssen zu suchen. Diesmal fuhr ich bis Bonn-Mehlem. Wenn man dort bergauf geht, kommt man nach ca. einem Kilometer in die gartenbaulich, später zunehmend acker- und obstbaulich genutzte Landschaft südlich von Lannesdorf. Die durch Büsche und Bäume eingefassten Hohlwege, die hier bergauf führen, sind auch landschaftlich attraktiv: 



Es gibt bereits Walnussbäume innerhalb der Hohlwegbegrünung oder nahebei: 


>Prächtiger Walnussbaum am Hohlweg. Hier fand ich die ersten Nüsse. Manchmal gab es Windböen. Wenn man sich etwas hinsetzt, kann man Walnüsse herunterfallen hören, die man vielleicht dann auch noch findet.<


Der Weg führte mich dann über die Hochfläche nach Oberbachem.



Die meisten Walnüsse fand ich erst nahe Oberbachem an einem Straßenbaum, da dieser Weg zwar offensichtlich häufiger mal befahren, aber eben nur selten begangen wird. Ich hatte dann ca. 2 kg Walnüsse beisammen – genug, viel mehr passen in mein Rucksäckchen nicht rein, da dort noch Wasserflasche, Buch, Jacke etc. untergebracht sind. Theoretisch hätte ich auch noch einen weiteren stabilen Beutel dabei gehabt, aber ich möchte ja wandern und bin nicht so sehr auf Plünderung der Landschaft aus. 

Ich ging weiter bis nach Oedingen. Nahe Kürringhoven kam ich an einer alten Erzgrube vorbei: 


>Eine Tafel informiert über diesen Ort. Heute befindet sich dort eine Reitanlage. Das untere Photo zeigt den noch verbliebenen Sockel des Kamins der Erz-Schmelzanlage.<


Wenig später kam ich an Folientunnel-Anlagen vorbei – meist Himbeeren, die dort zurzeit Saison haben. Die erste dieser Anlagen war komplett „tot“ - bestimmt 1800 m (18 * 100 m) Folientunnel mit Himbeersträuchern, alle tot und braungelb vertrocknet: 

 
Einige 100 m weiter kam ich an einer „lebenden“ Himbeerplantage vorbei. Prächtige Himbeeren wuchsen dort in einem tropisch feucht-warmem Klima – wie im Tropenhaus eines botanischen Gartens. 

Hinter Oedingen ging ich runter durch Wald ins Rheintal und vorbei an ökologisch wertvollen Streuobstwiesen bei Bandorf nach Unkelbach. 


>Ehemaliger Niederwald nordwestlich von Unkelbach<



>Blick auf Bandorf<

Der letzte Abschnitt der Wanderung führte am Rhein entlang nach Oberwinter zum Bahnhof. Man hat hier einen schönen Blick auf den Rhein mit der Ruine Drachenfels oder das Siebengebirge: 


Ca. 16 km war diese Tour lang.

Kommentare:

  1. War es eine ungeplante Wanderung in unbekanntes Gebiet?
    Was über meinen Horizont (ca. 30 km im Umkreis) hinaus geht, ist Risiko und bedarf Kartenmaterial .
    Teils ergibt der Rhein eine natürliche Begrenzung, ähnlich die Elbe auf meiner Radtour ;).
    Die Hohlwege sind faszinierend.
    LG Kelly

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nein, überwiegend ist es kein unbekanntes Gebiet in engerem Sinne. Manche Wege wie etwa den Hohlweg bin ich schon häufiger gegangen, andere vielleicht zuletzt vor einigen Jahren, wieder andere zum ersten Mal. An der Grube Laura war ich beispielsweise zuvor noch nie. Die Karten brauche ich deshalb schon, auch wenn ich wahrscheinlich immer zu einem Endpunkt (Bahnhof) finden würde. Aber Verlaufen ist ja nicht so schön, da es ungewollte Kilometer Umweg bedeuten kann.

      Löschen
  2. Dann hat es ja doch noch geklappt mit den Nüssen. Wir haben dieses Jahr so viele, dass ich den Nachbarn zwangsweise welche aufdränge. Der Rest bleibt jetzt für die Eichhörnchen liegen.
    Eine schöne Gegend hast du zum Wandern. Bergiges Land bietet dem Auge mehr als unserer flaches Land hier im Norden.
    LG Christiane

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vermutlich hast du recht. Erschwerend kommt noch hinzu, dass es häufig einen Zusammenhang zwischen flachem Land und industriellem Ackerbau mit kilometerlangen monotonen Flächen und geradlinigen Wegen gibt, seien es nun Mais-, Kartoffel- oder Getreideflächen. Diese Reizarmut kann das Wandern dann ziemlich langweilig machen. Dort ist man dann besser mit einem Fahrrad unterwegs.

      Löschen
  3. Sind die Walnüsse denn normal gefüllt? Es gab ja Meldungen, dass sie, aufgrund der Trockenheit, dieses Jahr leer wären...?

    Vielleicht solltest Du damit mal Eichhörnchen anlocken, klappt bei uns prima. :-) Wir haben aber leider nur gekaufte...

    AntwortenLöschen
  4. Also bisher hatten die gefundenen Nüsse meiner Meinung nach eine gute Qualität. Vielleicht ist jede 10. Nuss "leer" gewesen. Ich glaube, das ist aber auch von Baum zu Baum verschieden und in unterschiedlichen Gebieten kann es auch noch mal verschieden sein.

    Mit Eichhörnchen steht es schlecht bei meinem Balkon. Das kann man vergessen. Aber 100 m weiter auf dem Weg zu meiner Straßenbahnhaltestelle habe ich in der Tat schon ein Eichhörnchen gesehen - ist noch gar nicht so lange her.

    AntwortenLöschen
  5. Sehr schöne Fotos von dem Hohlweg. Bin ganz begeistert davon.
    Es ist schon so, wie Christiane sagt. Hier im Flachland läd die Gegend nicht so zum Wandern ein, wobei so mancher Wald hier durchaus auch was zu bieten hat.
    Aber reizvoller ist gebirgiges Gelände. Hab ich jetzt wieder im Harz gesehen :-)
    Radfahren ist aber auch sehr schön. ;-)

    AntwortenLöschen