Montag, 22. Oktober 2018

Ahrtal-Wanderung Dernau – Mayschoß - Altenahr

Eine Freitagswanderung, die bereits vor 9 Tagen statt fand. Ich hatte mir wieder frei genommen, die letzten schönen Tage des Jahres – das muss man nutzen. Ich fuhr mit der Bahn nach Dernau. 


>Dernau, Ahrtal. Ich gewinne an Höhe. Es geht hangparallel in Blickrichtung.<

Von Dernau nach Rech und Mayschoß – das ist ein ganz tolles Stück Rotweinwanderweg auf halber Höhe der Hänge. Manchmal geht es auf 50 cm breitem Pfad über und durch Felsgestein:



Die Passage von Rech nach Mayschoß bin ich zuvor noch nie gegangen. Sie ist auch toll, bietet tolle Ausblicke auf die zyklopischen Mauern der Saffenburg:



>Felsenweg<


>Blick auf die Saffenburg und Mayschoß<

Bei Mayschoß überholte ich ein älteres Pärchen mit ihren Wanderstöcken. Auf einer kleinen Ackerfläche im Wald nördlich des Mönchsberges traf ich sie wieder. Dort verlor sich nämlich der Weg. Sie hatten keine Karte dabei. Der Mann zeigte schon leichte Panik, malte sich wohl schon aus, mit seiner armen Frau in den dunklen bösen Urwäldern der Ahr übernachten zu müssen. Ich konnte sie überzeugen, mir querwaldein an einem Talhang bergauf zu folgen. Sie wollten nämlich auch nach Altenahr – und das war die beste Lösung. Das klappte auch ganz gut, ich kam dahin, wo ich hin wollte und wir kamen zurück in die „Zivilisation“, d.h. es kam eine Wiese, ein Weg und sogar eine Sitzbank. Nach ein paar Kurven konnte ich ihnen den Weg nach Altenahr zeigen und liess sie voraus gehen, um auf einer sonnigen Wiese erst mal ein Zigarettchen zu drehen. 

Später nahm ich vermutlich denselben Weg runter durch den Wald nach Altenahr. Dort besuchte ich wieder wie schon im September die Burgruine Are, die über Altenahr thront. 


>Das Ziel im Blick: der Aussichtspavillon der Burgruine Are<


Das Ruinengelände ist ein ansprechender Ort, kein Eintritt, kein Kommerz, nur ein paar Touristen. 


>Auf dem Gelände der Burgruine Are, Altenahr<

Man hat von der Burg einen Blick auf das Teufelsloch, keine Höhle, sondern ein großes Loch im Fels, durch das man durchschauen kann. 


>Blick ins Ahrtal und nach Reimerzhoven<

Nach der Ruine ging ich runter nach Altenahr. Dort war ziemlich viel los, der Ort scheint sich an Freitagen und Samstagen zu einem Touristenrummel-Ort entwickelt zu haben, wo auch Reisebusse die Touristen hinkarren. 


>Altenahr. Blick auf die Burgruine Are.<

Vielleicht ist es auch eine typische Oktober-Aktivität. Es gab jedenfalls rappelvolle Gasthäuser mit lauter, karnevalsähnlicher Musik. Ich hatte keine Lust auf irgendetwas und fuhr mit der Bahn zurück nach Köln. Auch im Zug lauthals singende, fröhliche Tourist_innen. 

Das Weizenbier trank ich am Zielort in Köln nahe dem Bahnhof Süd, draußen an einem Tischchen an der „Filmdose“. Diese Kabarett-Kneipe kenne ich schon solange ich zurückdenken kann, wenn ich auch nur ganz selten dort mal drin bin. Im meinen ersten Kölner Jahren gab es die Location allerdings noch nicht, da sie „erst“ 1975 öffnete.

Ca. 11,5 km war diese Tour lang.
 

Kommentare:

  1. Eindrucksvolle Fotos, wenn auch der Felsenweg nicht meiner wäre.
    Als Bustouristin lernte ich zu dieser Zeit Cochem kennen und habe mich bei Zeiten mit einem Buch ins Zimmer verzogen, den Rummel empfand ich furchtbar und die Höhen waren mir nicht zugängig.
    Verpasste Alternative :(.
    LG Kelly

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    1. Eine Cochem-Wanderung will ich schon seit Jahren mal schaffen (als lange Tagestour), aber dieses Jahr wird es wieder nichts.

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  2. Das wäre eine Wanderung genau nach meinem Geschmack gewesen :) Auf volle Gasthäuser und Karnevalsmusik kann ich aber auch ganz gut verzichten. Bei uns hier unten wird es jetzt touristentechnisch zum Glück wieder ruhiger und man hat Berge und Gasthäuser wieder größtenteils für sich - zumindest bis zur Advents- und Wintersportzeit. Da geht´s dann wieder rund.
    LG, Varis

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    1. ... ja, aber leider wird wohl auch das Wetter schlechter oder zumindest deutlich kühler.

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  3. Schöne Bilder von einer tollen Gegend, besonders auf die Weinberge bin ich neidisch...! Ich hätte da eine deutlich längere Anfahrt. :-(

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    1. Von dir aus geht's sinnigerweise nur mit Übernachtung. Vermutlich könnte es eng werden mit Quartieren am Wochenende - und teuer.

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  4. Spektakuläre Bilder sind das, wunderschön.
    Welchen Unterschied die Perspektive ausmacht, sieht man ja ganz deutlich an der Burgruine Are.
    Einmal schroff und unnahbar und dann wieder easy-going und schon ist man am Ziel.
    Ja, diese Wanderung hätte ich auch gerne gemacht und die Völkerwanderungen in diesen Tagen
    sind auch bei uns beliebt. Schließlich wollen die Leute noch die letzten Sonnenstrahlen genießen
    und bei der Gelegenheit ordentlich "aufgießen" ;-))

    LG

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  5. Ich möchte anmerken, dass gar nicht mal soo viel los war auf dem Rotweinwanderweg. Ab und zu kommen Wanderer entgegen, ab und zu überholt man welche. Aber eine "Völkerwanderung" war es nicht. Bei den Gasthäusern sieht es etwas anders aus, aber das sind üblicherweise nicht die Leute, die wandern.

    Ich schätze mal, dass es in der Alpenregion, dort wo Seilbahnen hoch fahren, viel schlimmer ist. Aber dennoch ist der Rotweinwanderweg deutlich frequentierter als andere Regionen in der Eifel, wo ich wandere.

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