Sonntag, 20. Mai 2018

Viele Sandkörner in Leba

Willa Pod Krokodylum, Leba, 22 €/Nacht mit Frühstück.

Ich habe mir immer noch kein Sprüh-Pestizid gekauft, anscheinend ist das Problem noch nicht groß genug.

Nach Leba kam ich gestern mit einem Intercity nach Lembork, und dann weiter mit Bus.

Leba ist so ganz nett. Im Ort selbst gibt es zwar - abgesehen vielleicht vom historischen Bahnhof - nicht viel Besonderes zu sehen, aber es verläuft ein schiffbarer Kanal durch das Dörfchen. Man sieht dort Fischerboote und "alte Koggen":



Die touristische Versorgung ist auch ganz gut, nach 19 Uhr kann es allerdings eng werden mit dem Essen gehen. Gestern, nach 20 Uhr, musste ich schon etwas suchen nach einem noch offenen Restaurant. Ich war zuvor an einem der beiden großen Seen sowie am Strand, schlief auch ein bißchen windgeschützt zwischen Dünen und hatte gar nicht damit gerechnet, dass die zuvor rege Gastronomie zu solchen Zeiten schon weitgehend komplett dicht gemacht hatte.

Das Besondere an Leba sind die größeren Dünen weiter außerhalb des Ortes, wo ich heute war. Vom Eingang des Slovinski National Parks aus kann man sich mit 8-Personen-Elektrowagen dorthin fahren lassen. 5,5 km ist diese Strecke lang und führt weitgehend durch Kiefernwald, der seinerseits auf Dünen angepflanzt wurde.

Die Lacka-Wanderdüne, die früher einmal ein Dorf überwandert hat, ist immerhin 30 - 42 m hoch (je nach Jahreszeit). Man kann hochlaufen, aber weite Teile der langgestreckten Düne sind als Schutzgebiet abgesperrt. Vermutlich ist das auch gut so, denn wer will schon nur zertrampelte Düne sehen.









Der reguläre Weg führt über die Düne zum Meer. Man kann dann die 8 km am Meer oder zwischen Dünen zurück nach Leba laufen. Alles unverbaute Ostsee!



Das Barfuß laufen durch den Sand ist durchaus ein sinnliches Erlebnis. Mit zunehmender Kilometeranzahl wirkt es wie eine Massage für die schuhdeformierten Füße.

Und die Sandkörner? Ich hörte irgendwann auf zu zählen. Alt und frei, erzählen sie sich vermutlich Geschichten über die Gräueltaten der Gletscher und der Menschen, von denen sie gerne in Fußböden und Wänden eingebacken werden. Und sie erzählen sich auch von der Rache, die sie insbesondere gern an Zoomkameras verüben.

Ich lief die 8 km zurück. Kühler Wind von vorne. Am Strand ist es ganz anders als in windgeschützter Dünenlage oder im Ort. Manchmal pausierte ich zwischen den Dünen, um etwas in meinem Roman zu lesen.

Man kann Photos machen, beispielsweise von Totholz oder von Blumen in den Dünen:



Ansonsten gab es relativ wenig am Strand zu sehen - weder Schiffswracks noch besondere Muscheln oder Quallen.



Schätzungsweise habe ich heute etwas Farbe bekommen, mich vielleicht aber auch erkältet.

Kommentare:

  1. Was für ein Strand. Und offensichtlich menschenleer ...

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  2. Nicht ganz, es gab schon Spaziergänger/Wanderer. Aber wo man erst einige Kilometer hinlatschen muss, ist natürlich nicht mehr viel los.

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