Freitag, 18. Mai 2018

In Danzig

Für Danzig (Gdansk) hatte ich nach Mitternacht, also am Ankunftstag, ein Appartement gebucht. Das hat etwas Stress bereitet, eine lagetechnisch akzeptable bezahlbare Unterkunft zu finden. Das Ergebnis: 30 €/Nacht, mitten in der Altstadt, in einem der Giebelhäuser der ul. Piwna, das Appartement geht aber zum Innenhof raus.

Morgens verließ ich Olszytin mit dem Intercity. Es goss schlimm, aber mein Regenschirm bot natürlich etwas Schutz, wenn auch nicht vor den vorbei fahrenden Fahrzeugen; denn der Weg zum Bahnhof führte bergauf, und das Regenwasser floss die Straße runter. Dieser Zug war deutlich schneller unterwegs als der vorangegangene Intercity am Vortag. Zunächst deponierte ich meine Reisetasche in einem Schließfach im Danziger Bahnhof, denn ich war kurz nach 12 dort, aber das Appartement war erst ab 15 Uhr verfügbar.

So konnte ich schon mal die Stadt erkunden.



>Im Vergleich zu Vilnius sind in Danzig deutlich mehr Touristen. Das macht die Stadt nicht unbedingt attraktiver, aber ein Besuch lockt dennoch. Es gibt auch Dinge, die ostseetypisch sind, etwa Bernsteinschmuck-Souvenirstände.<

Mit polnischer Hilfe kam ich dann auch später zu meinem Appartement. Es erschloss sich nämlich nicht von selbst, wo überhaupt der Eingang ist, denn an der angegebenen Adresse findet man zunächst nur einen Souvenirshop. Ausserdem wurde für mich telefoniert. 30 min. später kam eine Dame, übergab mir die Schlüssel im Appartement, ich zahlte, wir regelten die weiteren Modalitäten.



>Das Appartement ist  schräg links unterhalb der kleinen Kirchturmspitze in den bräunlichen Haus<

Später war ich noch im Museum des Zweiten Weltkriegs, ein architektonisches Leuchtturmprojekt, im Übrigen nach den modernsten multimedialen Kriterien eingerichtet.



Ich speiste Fisch, trank dazu ein Tyskie-Bier am Abend.

Heute stand ich relativ spät auf, frühstückte in einem Café, bestieg - so gestärkt - den Rathausturm.



>Rathausturm mit Blick über die Dächer. Über der Uhr ist die Aussichtsplattform.<



Außerdem war ich im berühmten Krantor, das Teil eines Museums ist.



>Dieser Blick von einer Brücke in Danzig gehört sicher zu den bekanntesten von Danzig. Man sieht das berühmte Kran-Gebäude und rechts davon im Hintergrund den merkwürdigen Kubus des Museums des Zweiten Weltkriegs.<

Nach einem externen Ausflug in zwei Orte nördlich von Danzig spazierte ich am frühen Abend über die erhaltenen gezackten Bastionsfestungsanlagen im Süden von Danzig. Ökologisch sind das vermutlich bedeutende Areale.



>Bastionsgelände<



Man sieht grasbewachsene Bastionshügel, Ruinen von Gemäuern und viel Wasser, denn den Bastionen sind wassergefüllte Gräben vorgelagert, ebenfalls mit gezacktem Verlauf. Ein interessantes Gelände!

Hinter den Bastionen, also stadteinwärts, gab es alte Industrie.



Man sieht noch die eine oder andere vergammelte Industrieruine.

Kommentare:

  1. Danzig macht neugierig.
    Irgendwie kann ich allerdings mit dem "Leuchtturmprojekt" nichts anfangen. Ich bin nicht sehr angetan von Häusern mit soviel Glas. Schade, das ich nicht mehr mitbekomme, was in 50 Jahren über solche Bauten gesagt wird ;-)

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  2. Warum das? Ist Glas nicht ein Zeichen für eine offene Gesellschaft?

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  3. Weiß ich nicht, soll es das sein? Für mich ist Glas ein Zurschaustellen und das Ende der Privatsphäre.
    Nun ist dieser Bau ja keine Privatwohnung, aber ich kenne auch Wohnungen, die sehr verglast sind. Da kann ich mich nicht mit anfreunden.
    Vielleicht bin ich einfach nur altmodisch ... ;-)
    Grüßli :-)

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  4. Das hängt von der Exposition zur Umwelt ab. In meinem Wohnzimmer beispielsweise könnte es im Winter ein Problem geben mit der Privatsphäre (wofür ich Vorhänge habe), und im Sommer gibt es kein Problem, weil die Blätter des Baumes die Einsichtnahme weitgehend verwehren. Jedenfalls hat alles so seine Vor- und Nachteile. An Glas interessiert vor allem das "Mehr an natürlichem Licht".

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