Samstag, 10. März 2018

Wanderung Widdig – Graurheindorf - Bonn

Diese Wanderung machte ich am letzten Sonntag, hatte aber keine Zeit, den Bericht früher fertigzustellen. 

Während am Samstag noch viel Schnee lag, war der Sonntag schon deutlich anders und auch wärmer. Nur ganz direkt am Rhein war ein deutlich stärkerer, kühler Gegenwind spürbar, der aus südöstlicher Richtung das Rhein-Tal runter wehte. 


>Trafostation, Widdig. Sie steht bedauerlicherweise wohl noch nicht unter Denkmalschutz.<

Von Widdig über Uedorf nach Hersel zu laufen, ist eine relativ nette Strecke. Es gibt so diverse Bauten (z.B. Höfe, Kirchen) auf dem Weg, die man mitnehmen kann und vor der Rhein-Insel Herseler Werth gibt es festverankerte Schiffe zu sehen:


Hinter Hersel kann man ca. 1 km über offenes Land nach Graurheindorf gehen. 


>Blick Richtung Hersel<

Zwischen Hersel und Graurheindorf gibt es auch eine Rhein-Fähre (nach Mondorf), mit der ich noch nie gefahren bin. Lange Autoschlangen waren dort zu sehen. Und was man noch sah hoch in der Luft: große Vögelschwärme, die Formationen bildeten. Man hört die Vögel gewöhnlich, bevor man sie sieht. 

In Graurheindorf ist das "Bundesamt für magische Wesen" ansässig, und es gibt dort eine Burg. 




>Burg Graurheindorf <

Graurheindorf geht heute praktisch in die City von Bonn über. Auf dem Weg zum Bahnhof kam ich an diversen besonderen Orten vorbei: 


>Es sieht nach einem alten Fabrik-Komplex aus. Ich weiss nichts Näheres, aber heute sind anscheinend Wohnungen drin.<

LVR-Klinik Bonn, das war der nächste Ort. Es ist sicher interessant, sich mal mit der Geschichte der LVR-Klinik Bonn näher zu befassen, die so in der Zeit zwischen 1890 und 1900 auch etwas mit Reformen des „Rheinischen Irrenwesens“ zu tun hatte. Zu den Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals im Jahr 1897 heisst es in der Chronik: „59 Krankenschwestern und -pfleger sind täglich 12 bis 16 Stunden für die Betreuung von 570 Kranken zuständig. Ein Großteil des Pflegepersonals schläft mit Patientinnen und Patienten in Sälen mit bis zu 30 Betten.“ Nun ja, das hatte praktische Vorteile, da brauchte das bald psychisch gestörte Pflegepersonal dann nicht mehr bürokratisch irgendwo eingewiesen werden, sondern befand sich direkt im richtigen Raum. Vermutlich hat sich die Situation des Pflegepersonals tatsächlich inzwischen gebessert, aber ich empfehle dennoch, bezüglich der eigenen pflegetechnischen Versorgung in Erwägung zu ziehen, vielleicht besser (und rechtzeitig) nach Polen oder Rumänien abzuwandern.

Auf dem LVR-Gelände ist auch das Psychiatriemuseum „Verrückte Zeiten“ zu finden, das aber nur nach Anmeldung und Vereinbarung eines Termins zugänglich ist. 


>LVR-Klinik Bonn<


Anfangs war ich mir nicht so sicher, ob das Klinikgelände einfach so zugänglich ist. Ich sah Schranken und erwartete Pförtner, denen man den Besuchsgrund erklären muss. Aber es waren nur automatische Autoschranken, keine Pförtner, keine Mauern und Zäune um das Betriebsgelände herum. Ich habe keine Ahnung, ob das immer so war. Das Gelände ist riesig, der Altbereich architektonisch interessant, parkartig gestaltet mit zum Teil riesigen alten Parkbäumen. Es lohnt, mal da durchzuschlendern. 

Später kam ich am Alten Friedhof Bonn vorbei, ebenfalls ein bemerkenswerter Ort und einer der berühmtesten Friedhöfe Deutschlands. Da der Friedhof offiziell seit 1884 geschlossen ist (obgleich immer mal wieder Bestattungen dort stattfinden), wirkt er sehr authentisch-alt. 


Ich schlenderte nur für ein paar Photos über den Friedhof. Eine nähere Begutachtung der Grabsteine wäre allerdings sicher lohnenswert, aber der Friedhof wird um 17 Uhr abgesperrt und sehr viel länger hätte ich daher dort nicht verweilen können. 

Ca. 13,5 km war diese Tour lang. 

Die Rückfahrt mit der Bundesbahn war zwar nicht kompliziert, aber ich wusste nichts vom baustellenbedingten Schienenersatzverkehr auf der Strecke. Die Rückfahrt zog sich sich dann dahin, allein der Bus „Roisdorf – Brühl“ brauchte 40 min Fahrtzeit. Ich hatte zwar wie fast immer ein Buch dabei, aber im Bus lese ich nicht so gerne, mir droht dann immer, schlecht zu werden. 

Kommentare:

  1. "Bundesamt für magische Wesen", sehr schön. Das Wappentier ist auch herrlich.

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    1. Die NRW-Niederlassung habe ich noch nicht gefunden.

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