Montag, 7. März 2011

Was nun?

Als die Portugiesen, Spanier und Holländer auf die Molukken gingen, war das für viele vermutlich eine Reise ohne Wiederkehr. Möglicherweise auf Jahre in der Fremde, starb man in Indonesien meist igendwann an Malaria oder an einem anderen Fieber.

Heute ist das hier immer noch eine ziemlich abgelegene Ecke. Von einem überhaupt existierenden Tourismus kann man wohl kaum sprechen. Ich wäre gerne nach Ambon weiter gefahren, aber schon auf Halmahera sagte mir jemand, dass das nächste Schiff vielleicht in 10 oder 14 Tagen kommt. Es fährt im Grunde nur ein Schiff bzw. man müsste den Weg der "Intim Teratai" nehmen, denn die fuhr zur Insel Sanana weiter. Von dort müsste man nach Buru und von da nach Ambon. Ein exotischer Weg, der einige Tage dauern könnte, denn lt. Reisefuehrer kommt man in Sanana nur alle 3 - 5 Tage mit einer Autofähre weiter. Ist aber auch egal, denn die "Intim Terartai" kommt auch erst in 8 Tagen wieder.

Ich hätte es vielleicht sogar mit einem Flugzeug gemacht, aber es ist teuer (ca. 100 EUR), und es sind vor allem nur maximal 10 kg Gepäck zugelassen, weil es nur kleine Flieger sind - das will/kann ich nicht machen.

Und wie sieht's mit Sulawesi, also der Rückkehr, aus. Gestern klärte mich ein Hafenpolizist auf. Das einzig interessante Schiff käme in 10 Tagen, war seiner Liste zu entnehmen. Das ginge zwar noch, liegt aber jenseits meiner Deadline.

Nun ja, ich habe entschieden, dass das alles nichts bringt und war heute am Flughafen. Die Schalter hatten zwar geschlossen, aber das Personal war - gegen Provision - sehr behilflich. Ein Typ fuhr mit mir wieder in die Stadt, und wir kauften dort bei einer Airline eine Ticket zurück nach Manado. Ca. 35 EUR, das geht in Ordnung. Aber noch hat es nicht geklappt. Für den Flug habe ich den nächsten Freitag vorgesehen.

Ich war danach am portugiesischen Fort Tolukko, sehr schön restauriert und mit wunderbaren Blick über Kota Ternate, auf die exponiert liegende Hauptmoschee und Tidore's Vulkan Kiematubu:

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Das Wetter hier ist heiss, fast kein Regen, meist heiter bis wolkig, aber die Äquatorsonne flammt.


Vorgestern war ich am Danau Laguna, einem weiteren See auf Ternate. Er liegt schön und mit Blick auf den Vulkan im Hintergrund.

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>Danau Laguna, Ternate<

Einige Fischerhütten gibt es am Seeufer. Der See liegt nahe der Ortschaft Floridas. Dort hat man einen tollen Ausblick auf die Küstenlinie und Tidore:

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Schlapp wie ich war, bin ich dann noch mal am Fort Kalamata gewesen und saß an einer schattigen Mauer.


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>Dieses Bild zeigt eine typische Molukken-Tankstelle. Meist literweise wird das Benzin aus ausrangierten Plastikflaschen für die Mopeds verkauft.<

Gestern war ich dann noch mal auf Tidore, besuchte das hoch gelegene Bergdorf Lada-Ake.

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>Lada-Ake, Tidore<

Witzigerweise kam ich umsonst hin. Ich stieg in ein Boot, das Mopeds transportierte. Der Typ, den ich dort kennen lernte, zahlte die Bootsfahrt und brachte mich dann auf seinem Moped "fast" zum Dorf. Doch er wählte einen Weg, der so steil war, dass das Moped uns nicht transportieren konnte. Zufällig kam ein Lastwagen vorbei, auf dem ich dann auch den letzten Kilometer schaffte - das Moped fuhr hinterher.


Viel zu sehen gab es im Dorf selbst allerdings nicht. Wir trennten uns, da ich ja zu Fuß runter laufen wollte.

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>Nahe Lada-Ake: Blick hinunter auf die Inseln Maitara und Ternate<

Ich kam an Wald, kleinen Mais-, Bananen- und Cassavafeldern vorbei.

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>Cassava-Pflanzen<


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>Blumen gab es auch zu sehen.<


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Auch Kokospalmen gab es viele und die geernteten Kokosnüsse lagen in großen Haufen am Wegesrand.

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Die Kokosnüsse werden in kleinen Hütten zu Kopra verarbeitet, d.h. aufgeschlagen und die Kokosstücke auf Holzlattenrosten getrocknet. Unten, in der Erde eingelassen, brennt ein Feuer. Der Trocknungsprozess ist ziemlich qualmig.



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>Kopra-Herstellung<

Später, wieder in Kota Ternate, entdeckte ich das "Luxuscafe Excelso" in der Jati-Mall.


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Über 2 EUR kostete dort eine Tasse Bohnenkaffee, und es gab noch spezielle Sorten, bei denen ein Tasse bis zu 6 EUR kostet. Man sieht, dass es anscheinend auch hier Leute gibt, die sehr gut verdienen.



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>Abendstimmung in Kota Ternate, mit Gamalama-Vulkan im Hintergrund<

Hier im Internetcafe, einem anderen wieder mal, sind auch 31 Grad (trotz Aircon). Ich werde jetzt flüchten.

Kommentare:

  1. Nach all dem, was ich hier mitlesen konnte, ist eine Ruhepause nicht gerade das Schlechteste für Dich. Dieses Klima zehrt schon an der Substanz, vor allem, wenn man so aktiv ist und alles besichtigen möchte, wie Du es machst - so mein Eindruck.
    "Inselhüpfen" ist also nicht wirklich möglich, es ei denn, man hat unbeschränkt Zeit.
    Ich wünsche Dir, daß Du erholsame Tage genießen kannst und nach Deinen Wünschen auch wieder weiterkommst.
    Alles Gute Elisabetta

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  2. Inselhuepfen ist lokal/regional moeglich, aber nur bis zur Insel Bacan. Dann kommt man nicht weiter.

    Ambon ist 440 km weit weg und muss von Ternate aus angesteuert werden. Das waere eine 20 - 30-stuendige Schiffsfahrt.

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