Sonntag, 8. März 2009

Von Kapit nach Bintulu

Ich saß gerade hier in Bintulu in einer 50 m langen Fussgängerzone, die komplett mit Tischen und Stühlen der Restaurants vollgestellt ist, trank ein Tiger-Beer, bereitete diesen Weblog-Eintrag vor. Dieses gefundene Internet-Café ist wieder so eine Baller- und Spielebude - schrecklich!

Ich verliess Kapit heute morgen wieder per Schnellboot Richtung Sibu, erbat mir aber einen Platz auf dem Dach beim Gepäck. Das klappte, und die Reise wurde gleich viel toller, alles war gut zu sehen, eine Erkältung drohte nicht!


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>An der Ablegestelle in Kapit - Verkauf von Reiseproviant<


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>Verladen von Waren auf's Schiff, Kapit<


Einmal musste ich unter die Plane für das Gepäck flüchten, als ein Schauer nieder ging, aber ansonsten war es optimal, zumal es zu 80-90 % bewölkt war und kein Sonnenstich drohte.

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>Auf dem Dach des Schnellbootes<

Flussabwärts und ohne Stop dauerte die Fahrt nach Sibu diesmal nur zweieinviertel Stunden. Erst kurz vor Sibu ging ich unter Deck, denn schwarze Wolken drohten ein kräftiges Unwetter an.

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>Beispiele moderner Dayak-Langhäuser<

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In Sibu goss es dann, aber ich brauchte nur 15 Minuten, um dort nahe am Schnellboot-Terminal ein Stadtbus-Ticket zu kaufen, 3 km durch die Stadt zum Fernbus-Terminal zu fahren und dort in einen Bus einzusteigen, der auch direkt los fuhr - eine Meisterleistung, die ich dem dortigen Management zu verdanken habe! Genau genommen war es ja noch nicht mal der Bus, für den ich das Ticket gekauft habe, sondern der Bus, der eine Stunde früher fuhr - das Ticket wurde einfach schnell geändert. So perfekt klappt es nur selten!

Der Bus mit der glücklicherweise nur mäßig laufenden Aircon brauchte viereinviertel Stunden nach Bintulu, ca. 200 km nordostwärts. Er fuhr auf den Borneo-Highway, die einzige überregionale Straße, die es in Sarawak gibt und von Kuching aus nach Nordosten führt. Es ist aber klug, in Kuching das Schnellboot zu nehmen, denn der Highway macht - bedingt durch die Buchten und großen Flussmündungen - große Umwege, und die Busfahrt nach Sibu hätte um die 8 Stunden gedauert. Das wäre fast doppelt so lang wie mit dem Schiff gewesen.

Auf der Busfahrt nach Bintulu gab es nichts Besonderes zu sehen. Busch- und Sekundärwald weitgehend, ab und zu ein paar Häuser und Hütten, manchmal auch Longhouses. Die ganze hügelige Gegend, immerhin ca. 200 km, erschien kaum kultiviert, sondern von der Holzwirtschaft nur "platt gemacht". Ich sah noch nicht einmal eine der großen Ölpalmenplantagen, die gemeinhin für die Regenwaldvernichtung hier verantwortlich gemacht werden. Insgesamt erschien mir der Borneo-Highway nicht in so gutem Zustand, wie ich erwartet hatte - es war doch eine ziemlich rappelige Fahrt mit diversen Straßenschäden.

In Bintulu scheckte ich ins Bakun Inn ein, 10 Euro. In der Stadt gibt es nichts Besonderes zu sehen, aber ich hatte genug für heute mit der Fahrerei - es war vermutlich mit sechseinhalb Stunden sowieso die längste Fahrt dieser Reise.

Bintulu hat 125.000 Einwohner, liegt an einem Fluss namens Kemena. Am Flussufer gibt es einige nette Ausblicke auf die Schiffe und den Fluss selbst.

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>An der Kemena, Bintulu<

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Wie die meisten malaysischen Städte ist die City in einem amerikanischen Schachbrettmuster angelegt und aus rechteckigen Häuserblocks aufgebaut, in denen unten die Geschäfte, Restaurants und Cafés sind. Das ist ökonomisch und auch für den Touristen leicht durchschaubar.

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>In Bintulu<

Eine Anekdote - ein Missgeschick - will ich noch erzählen: auf der einen Seite der City ist der Fluss, auf der anderen ein aufgegebener Flugplatz, der gerade zum Drachen steigen lassen genutzt wird. Am Rande des Flugplatzes ist ein großer Markt, auf dem u.a. wirklich tolle gebratene große Fische verkauft wurden.

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>Der Fischstand, an dem ich einkaufte<

Ich kaufte einen Fisch und ging zum Flugplatz, weil es auf dem Markt keine Verzehrgelegenheit (wie Stühle) gab. Es gab Gräben auf dem Flugplatz, und es sah so aus, als wären es einfach nur Grasgräben. Ich marschierte jedenfalls voll in einen Graben, aber der war 50 cm mit schlammigem Wasser gefüllt. So eine Sauerei! Ich suchte erst einmal den angepeilten Platz zum Fischessen auf, verspeiste den Fisch und ging dann zu einem Waschbecken (!) an der Straße (extra für Deppen dort gebaut?), um die Hose notdürftig zu reinigen. Das ging auch einigermaßen, insbesondere weil ich meine schwarzgraue Jeans an hatte.

Tja, ich weiss auch nicht, was davon zu halten ist - die Gefahren lauern wohl in der Stadt?

30 km entfernt von Bintulu gibt es einen Nationalpark am Meer. Ich werde ihn aber auslassen und morgen wieder auf dem Borneo-Highway viereinhalb Stunden nach Miri in nordöstliche Richtung weiterfahren. Dort suche ich mir eine neue "Basis" für Ausflüge.

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