Freitag, 13. März 2009

Die Kakerlake

Mulu/Borneo, gestern Abend, gegen 22 Uhr in meiner Bude.

Draußen giesst es. 28.7 Grad, 87 % Feuchte im Zimmer. Ich sitze auf meinem Bett. Meine Kerze brennt auf dem Nachttischchen, der Stromgenerator wurde diesmal schon 45 Minuten früher abgeschaltet.

Der Kerzenschein lockt Insekten an, die sich auf der Tischplatte niederlassen. Plötzlich taucht eine große Kakerlake auf, 4 cm lang plus 6 cm Fühlerlänge. Ein Raubtier, das vermutlich schlecht sieht, jedoch sehr empfindlich auf Bewegungen und Erschütterungen reagiert. Die kleinen Insekten (meist Fliegen) sind sicher, solange sie sich nicht bewegen, die Kakerlake stakst einfach über sie hinweg. Doch Bewegung bedeutet ihren Tod, die Kakerlake putzt ein Insekt nach dem anderen weg - bis die Tischplatte wieder unberüht aussieht.
Danach erkundet das Tier alles, was auf dem Nachttisch liegt, kriecht die Kerze hoch, spürt die gefährliche Hitze, krabbelt danach auf mein Digital-Thermo-Hygrometer, untersucht meinen Tabak und krabbelt meinen Gürtel entlang.
Photographieren? Schwierig, mir fehlt die Geduld, sie ist bei jeder Bewegung direkt weg. Draußen giesst es weiter, ich puste die Kerze aus, gehe schlafen.

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