Mittwoch, 4. März 2009

Big Loop (Bako National Park)

7 Std. 40 Minuten habe ich für den ausgesuchten längsten offiziell zulässigen 11 - 12 km langen Trail gebraucht - mit Pausen, die ich allerdings im letzten Drittel auch dringend benötigte. 

Nachts gab es ein Gewitter, und es goss. Dementsprechend stapfte ich viel durch Wasser. Anfangs versuchte ich noch, meine Stiefel zu schonen, aber an manchen sumpfigen Stellen und besonders später, als die Koordination der Füße schon schwer fiel, lief ich nur noch durch das Wasser.

Dieser Trail war schon etwas schwieriger, nur wenn es mal ein paar 100 m einen relativ ebenen schmalen Waldweg gab, konnte man sich erholen. Aber meistens ging es über Wurzeln, gefallene Baumstämme, modrige Planken und Steine und durch Bäche, oft auch noch steil hoch oder runter. Auf der Hälfte des Weges dachte ich zeitweise auch schon, dass dieser krasse Weg falsch sein könnte, aber wenn man geländebedingt nicht voran kommt, ziehen sich die Kilometer eben hin. Durch Farbmarkierung an den Bäumen sind die Wege markiert, aber Zweifel können doch noch aufkommen.


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>Im Regenwald<
 
Um 14 Uhr 15 erreichte ich den Tajor-Wasserfall, ermittelte dort das Klima (28.5 Grad, 82 % Feuchte), zog dann weiter. Hier im Nationalpark sind nur 3 - 4 Dutzend australische und westeuropäische Touristen; die Wahrscheinlichkeit, Jemanden auf dem Trail zu treffen ist relativ gering.


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>Kannenpflanzen<

Die Befähigung, auf einem solchen Trail Details der Natur wahrzunehmen, schwindet rapide mit zunehmender Erschöpfung. Um Tiere zu beobachten, bleibt man besser in der Nähe der Unterkünfte, und die normalen Javaaffen springen sowieso auf den Hostels herum (und klauen alles, was irrtümlich draußen liegen gelassen wurde).

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>Keine Ahnung, was das ist<

Ich sah wieder ein paar andere Affen, aber man kommt nicht nahe an die Tiere ran, Äste und Laub versperren häufig die Sicht.
 
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>Ein Affe, hoch im Baum<

 Ein paar Tausendfüssler und einen pechschwarzen Skorpion sah ich auch:

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>Tausenfüssler<


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>Skorpion<

Auf dem letzten Drittel schleppte ich mich allerdings nur noch so dahin, musste das Wasser stark rationieren, häufiger pausieren. Eine 2-l-Wasserflasche ist eigentlich zu wenig, sie reichte gerade eben bis zum Ziel, wenn man sich im Verzicht übt. Das nächste Mal muss ich unbedingt meine Wasser- Desinfektionstabletten mit auf die Tour nehmen - für den Notfall, denn Wasser gibt es ja genug, aber wehe dem, der sich einfach der Bäche bedient.

O'Hanlon schrieb in seinem Regenwald-Roman, dass das Laufen durch den Wald keine Frage der Kondition, sondern der mentalen Einstellung ist. Am Ende hatte ich wirklich keinerlei Lust und Energie mehr, nur die Aussicht auf das Tiger-Beer trieb mich noch zum Ziel. Angekommen, trank ich dann jedoch lieber Cola und Kaffee.

Am späten Nachmittag bummelte ich noch am Strand entlang. Hier gibt es bizarre Felsformationen mit Tafoni-Bildungen:


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>An der Küste, Felsen und Tafoni<

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Summarisch waren die zwei Tage hier im Bako National Park toll, aber zu kurz, insbesondere auch für Tierbeobachtungen. Aber andererseits bin ich nun so ausgepowert von dem letzten Trail, dass ich mich zu einem weiteren gar nicht mehr in der Lage fühle.

Abends saß ich im Cafe, speiste ausgiebig Huhn und Fisch, leerte zwei Tiger-Beer-Dosen. Es regnete, kühlte auf 26.7 Grad ab. Blöd ist, dass hier ein TV läuft, ansonsten kann man hier über das Buffet, dass es zu jeder Mahlzeit gibt, nicht klagen. Die Auswahl ist reichlich, und mit 2 - 3 Euro ist man in Malaysia immer gut dabei.

(ins Internet gestellt am 05.03.2009)

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