Donnerstag, 6. März 2008

Staubsturm (Palmyra II)

Aus dem Hardpaper-Tagebuch, 03.03.2008:

Die Nacht war in Ordnung. Die Heizspirale tat's und konnte die Zimmertemperatur über 18 Grad bringen. Irgendwann gegen 04:30 Uhr gab's muslimische Gesänge und Riten zu hören, später bellten noch 1 - 2 Hunde, obwohl ich in Syrien noch keinen Hund gesehen habe [mittlerweile ein paar] - islamische Länder sind Katzenländer, davon sieht man so einige, hier sogar mitunter sehr hübsche Exemplare mit buschigen Schwänzen. In Damaskus gibt's viele Katzen.

Morgens um 9 Uhr tat's wie verabredet auch die Dusche hervorragend.

In einem Cafe trank ich 2 türkische Kaffeetässchen, ging dann ins Palmyra-Museum. Naja, meist Steinkram, Marmorköpfe und so. Auch Pfeilspitzen, denn Palmyra war schon seit Jahrtausenden besiedelt. Ein paar Mumien aus Palmyra's Grabhöhlen gab's auch zu sehen.

Als ich aus dem Museum kam, war das Wetter schlecht. Kein Regen, wer von euch das jetzt dachte - nein, Staubsturm! Es war völlig unmöglich, in die Ruinen zu gehen, obwohl es sicher noch schlimmer geht. Aber die arabische Burg war nicht mehr zu sehen und über allem lag ein dunstig-gelbes Licht. Manchmal durchbrach die Sonne die Staubwolken, und es wehte ein kühler heftiger Wind, der die Bäume kräftig durchschüttelte.


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>Staubige Atmosphäre in Tadmur<

Ich kaufte Fladenbrot sowie Briefmarken bei der Post, ging erst mal wieder auf die Bude, schrieb viele Postkarten.

Nachmittags erkundete ich die Gegend um den Baal-Tempel. Das ist die größte antike Ruine hier. Aber der etwas abgeflaute, dennoch starke Wind und der Staub machten diesen Ausflug doch eher unangenehm - besonders natürlich für die Augen. Ich entschied, nicht weiter zu gehen.

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>In der Kolonnadenstraße, Palmyra - noch viel Staub in der Luft, aber auch 3 junge japanische Touristen war hier unterwegs<

Jetzt kann ich nur noch hoffen, dass morgen wieder besseres Wetter ist. Länger wollte ich jedenfalls hier nicht bleiben, dazu ist mir der Ort zu trostlos. Hier gibt es definitiv nix zu tun, wenn man nicht in die Ruinen kann [zum Glück habe ich auch ein paar dicke Romane dabei].

Ein paar Grillhähnchen-Restaurants gibt es hier - eines habe ich heimgesucht, das halbe Hähnchen wurde mit Fladenbrot und Salat serviert. Datteln bekomme ich gelegentlich auch mal angeboten, hierfür ist die Oase Palmyra ja bekannt. Verschiedene Shops bieten diverse Dattelsorten an, die in großen Trauben draussen vor den Läden hängen.

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>Auch vor diesem Laden hängen Dattelstauden (Tadmur)<

Insgesamt ein ziemlich toter Tag. Ich sah im TV noch den Flieger, der über die Landebahn des Hamburger Flughafens torkelte (also auch zu Hause Sturm - wie tröstend). Später erzählte jemand, dass es auch in Palmyra nur ca. 10 Tage im Jahr mit solchem Sturm gibt. 

Übrigens ist die Ruinenstadt selbst noch ein Ort, den man umsonst betreten kann. Einzelne Bauwerke wie das restaurierte Amphitheater oder einige Katakomben mit Fresken kosten um die 1 Euro Eintritt. 

Auch völlig frei bewegen kann man sich hier. Weshalb es im Sand so wenig Fußspuren gibt, ist mir mittlerweile klar geworden. Im Sommer, wenn mehr Touristen kommen und die Hotels überhöhte Preise nehmen, zieht es den einen oder anderen deshalb zum Nächtigen in die Ruinen - vermutlich aber eher nicht in die Mumientürme. Jetzt im März ist es dafür zu ungemütlich kalt.

Palmyra (III)

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