Montag, 24. März 2008

Dana

Während in Deutschland anscheinend der Winter zurückgekehrt ist, ist es hier in den letzten Tagen sehr warm geworden.


Gestern am späten Nachmittag quälte ich mich bei über 30 Grad im Schatten einige 100 m den Dana-Canyon hoch, um wieder das Dorf Dana zu erreichen - und Schatten gab es auf dem Weg kaum.


Morgens lief ich den Canyon nur ein paar Kilometer runter - kein Problem, aber um 11 Uhr hatten wir auch schon 27 Grad und daher war es absehbar, dass die Rückkehr anstrengend werden würde.

Ich machte eine stundenlange Siesta in einem kleinen Seitental unter einer 5 m hohen schattigen Wand, schlief dort ein bisschen, las viel in meinem Roman, hörte dem Kuckuck und anderen Vögeln zu.


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>Im Canyon<



Dana Canyon


Später sah ich sogar noch einen Kuckuck - eindeutig, denn er rief beim Fliegen. Nettes Plätzchen. Stoßweise kam immer mal starker Wind auf, der den Canyon hoch wehte, dann war wieder eine halbe Stunde Ruhe.


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>Käfer<


Beetle Dana Canyon


Ich hatte 2 l Wasser dabei, und weil die Versorgung mit Wasser morgens in Dana schwierig war, da die 2 Läden noch zu hatten, nahm ich erstmals auf dieser Reise auch Leitungswasser, das ich mit Silbernitrat desinfizierte (falls das überhaupt nötig war).


Nach Dana, einem halb verfallenen und teil-revitalisierten Beduinendorf, kam ich von Wadi Mousa aus per 'Taxi' - Lieferwagen mit Ladefläche. Das hatte ich schon am Vortag verabredet, denn Dana ist nur sehr umständlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. 20 Euro, 2 andere Touristen waren auch noch dabei. Einen Photostop legten wir unterwegs noch bei der Kreuzritterburg von Shobak ein, die hier eingebettet in der kargen, meist nur von kleinen Schaf- und Ziegenherden genutzten Landschaft liegt.


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>Blick auf die Kreuzritterburg von Shobak<


Dana liegt am Ende eines Canyons, ca. 100 m unterhalb der Canyonwand. Es ist einer jener Canyons, die zum Grabenbruch -Wadi Araba- abfallen.


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>Der Dana-Canyon, gesehen von Dana aus<


Als der Graben einbrach, wurden die Hochflächen links und rechts des Grabens von Flüssen zernagt. Es gibt hier eine Quelle, die wohl seinerzeit mal Anlass zur Dorfgründung bot und auch heute noch über ein gefasstes Rinnensystem sogar Farmen unterhalb des Dorfes versorgt.


Dana Gardens


>Gartenzone in Dana<


In unmittelbarer Nähe des Dorfes war es aufgrund der Quelle möglich, Felder anzulegen und Obstbäume zu bewässern. Aber auch diese Gärten wurden inzwischen zu einem Großteil aufgegeben.


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>Relikte sind in Dana auch die Einfassungen der Grundstücke mit Kakteen - normalerweise wachsen diese hier nicht in der freien Landschaft<


Dana ist in den Reiseführern und bei der Travellerszene eine beliebte Destination. Im Dorf, das -wie gesagt- zu locker 50 % aus Ruinen von Steinhäusern besteht, gibt es 3 Hotels.


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>Alte Hausruinen in Dana<


Als wir ankamen, waren alle 3 Hotels ausgebucht, so dass ich ein Zelt auf einer Terrasse des Tower Hotels beziehen musste.


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>Tower Hotel - rechts sieht man mein zugewiesenes blaues Zelt<


15 Euro/Nacht mit Frühstück und Abendessen. Nachts war es ziemlich windig. Schlafen konnte man nur mit Ohrstöpseln, denn das Zelt knatterte im Wind. Aber auch das Hundegebell ist geeignet, die Nachtruhe empfindlich zu stören.


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>Das Tower Hotel, Dana im Abendlicht<


Das Tower Hotel ist das höchste Gebäude des Dorfes, sehr verschachtelt konstruiert, mit vielen Treppen, Terrassen und Aufenthaltsräumen, deren Wände und Decken -beduinisch- mit Teppichen behangen sind.


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>Inneneinrichtung im Tower Hotel, Dana<


Überall stehen Sofas und die Wände einiger Hotelzimmer sind voll mit den schriftlichen und zeichnerischen Erzeugnissen früherer Gäste.


Bereits am ersten Tag hier war es sehr warm und ich fühlte mich so schlaff, dass ich mir nur einen schattigen Ort ein paar Hundert Meter ausserhalb des Dorfes zwischen den Felsen suchen konnte. Abends gab's dann Buffet mit diversen Fleischsorten, Salaten aus Rohkost oder gekocht. Leider gibt's in Dana kein Bier - ein echtes Manko, aber es ist eben ein Beduinendorf.


Dana Donkeys

>Esel in Dana<


Die Frauen und Mädchen werden alle versteckt gehalten oder ich vermute mal, sie wohnen gar nicht hier im Dorf. Man sieht bestenfalls eine alte Frau, ganz in schwarz, mit Kopftuch.


Am 2. Tag ging ich -wie gesagt- den Canyon etwas runter. Die Landschaft wirkt mediterran, könnte auch in Süd-Frankreich liegen, es wächst mehr als in Petra oder gar im Wadi Rum - z.B. auch krüppelige Nadelbäume (Kiefern?).


Dana Canyon


>Alter toter Baum im Dana Canyon<


Der Ort leerte sich, ich konnte ein Zimmer beziehen. Abends warteten wir dann nach dem Buffet und zum Tee auf den Mond, der zwischen 21 und 22 Uhr hinter der Canyonwand zum Vorschein kam.


Seit dem 2. Tag in Dana ist meine Digicam schwer beschädigt, das Zoom funktioniert nicht mehr, nachdem es in den Vortagen schon gelegentlich Schwierigkeiten gab. Nun ja, die echten Highlights der Reise sind immerhin schon vorbei und ich habe nur noch 6 volle Tage Urlaub.


Kommentare:

  1. Juhu,
    schoenen Gruss aus Pushkar. Du scheinst ja aehnliche Temperaturen wie wir zu haben. Hier (in Indien) ist alles toootal schmuddelig, sonst aber sehr schoen. Viele Gruesse & viel Spass noch
    Matthias

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  2. Total schmuddelig, ja das war wohl zu erwarten in Nord-Indien, den Muell schmeisst man einfach hinter sich und nur im Tadsch Mahal wird aufgeraeumt.

    Und die Internetcafes sind vermutlich auch der reinste Technoschrott - so wie hier in Amman.

    Es soll hier wieder kalt werden die naechsten Tage.

    Gruss aus Amman
    Lutz

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