Donnerstag, 6. März 2008

Damaskus (II)

Aus dem Hardpaper-Tagebuch, 01.03.2008:

Die letzte Nacht schlief ich hervorragend. Morgens gab's Stau an den Duschen. Es ist hier im Al-Haramain halt alles etwas beengt. Auf's Klo geht man am besten im 2. Stock, Rasieren geht am besten im 1. Stock und die 3 Duschen für die 15 - 20 Zimmer sind im Keller - aber zum Glück Warmwasserduschen.

Im Grunde war ich auch heute fast nur in der Altstadt. Besonders in den Bazarstraßen, in denen gestern ja nichts los war, ging es heute hoch her.



 

>In einer der großen Bazarstraßen. Nein, man sieht keinen Sternenhimmel, die Aufnahme entstand tagsüber, die alten Hallendächer sind verrostet, Licht scheint durch die Lücken und simuliert Sternenhimmel. Die untere Aufnahme zeigt das Tageslicht am Ende der Halle.<



Irgendwo war ich im Cafe/Restaurant Jasmine. Unscheinbar von aussen - wie so oft hier - kam man in einen glasüberdachten Saal mit verzierten Wänden, Türen, Skulpturen. Wirklich sehr schön! 



 

 >Im Jasmine, Damaskus, Altstadt<
 

>Jasmine: Da sitzt der Mann seiner Angebeteten gegenüber, verzweifelt bemüht, mehr über ihr Aussehen zu erfahren - und fragt man ihn, sagt er vermutlich, so muss es sein.<

Überwiegend Frauen waren hier zugegen - mein Bild von gestern muss ich da wohl korrigieren. Auch die Frauen rauchen hier gerne mal eine Wasserpfeife - und das nicht nur in den geschlossenen Kaffeehäusern. 

Die Verschleierung ist nicht so einheitlich wie gestern geschildert, vielleicht lag es am Tag ("Sonntag"), und werktags ist es lockerer. Man sieht jedenfalls sowohl total verschleierte Frauen (sogar ohne Sehschlitz) als auch solche, die modisch in Jeansjacken und bestenfalls noch mit Kopftuch gekleidet sind (aber es könnten auch türkische Touristinnen sein - wer weiss das schon).

Man könnte hier noch zahlreiche weitere Kaffeehäuser und Restaurants besuchen, aber es kostet viel Zeit!



 

Besichtigt habe ich noch den Azm-Palast, der 1749 vom osmanischen Gouverneur von Damaskus errichtet wurde. Verschachtelt, mit diversen Innenhöfen, ist es heute ein Museum. Viele syrische und andere Touristen zieht der Palast an.

Ansonsten, das Herumlaufen in der Stadt ermüdet, auch wenn man hier und da mal einen Kaffee trinkt oder eine "Türkische Pizza" isst.

Die folgenden Bilder zeigen noch einige Motive aus der Altstadt von Damaskus, schräge Häuser, Erker, alte Fassaden etc.:











>Die Bausubstanz ist zum Teil ziemlich marode


Gleich werde ich wieder unweit meiner Unterkunft eine Kiechererbsen-Mahlzeit zu mir nehmen. Das hat mir gestern Abend hier gut geschmeckt. [es kam aber anders, mir wurde ein weniger schmackhafter Brei aufgedrängt].

(Restored, number of photos reduced, 25.12.2017)

Kommentare:

  1. Sehr interessant und tolle Bilder!
    Ein 53er Kollege

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  2. Dieses Reiseziel ist bedauerlicherweise wahrscheinlich auf Jahre hinaus nun gestorben. Bedauerlich auch deshalb, weil ich die Syrienreise bewusst auf Süd-Syrien beschränkt hatte, um eine andere Reise in den Norden zu planen.

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    1. Sie scheinen nur zu bedauern, dass Sie nicht weiter in Syrien rumreisen können - kein Wort über die Tragödie, die sich dort abspielt ....typischer West-Tourist sind Sie: das eigene Interesse geht vor und dazu werden auch die besuchten Länder gebraucht.

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    2. Und sie sind einer von diesen anonymen Besserwissern und Gutmenschen.

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    3. An dieser Stelle möchte ich schon noch erwähnen, dass dies ein Urlaubsreiseblog ist und ich natürlich in erster Linie ein West-Tourist bin. Es ist auch niemanden damit geholfen, wenn ich hier etwas über die Syrien-Tragödie schreibe - andere Medien sind doch voll mit diesen Informationen, soweit man ihnen habhaft werden kann.

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