Montag, 29. Januar 2007

Bukittinggi (1)

c/o D'Enam Homestay, Bukittinggi


Technik aus dem letzten Jahrhundert hier in diesem Internetcafe in Bukittinggi. Noch viel schlapper als das in Padang, aber mehr als doppelt so teuer (gut 1 Euro/Std.). Blogspot habe ich schon aufgegeben, das ist wohl nur was für DSL-Anschlüsse, aber hier ist es selbst mit Yahoo-E-Mail langwierig.

Gut geschlafen hatte ich letzte Nacht, so kam ich heute schon um 8 Uhr mit dem Taxi los zum Busstop und dann in einem klimatisierten Minibus ins ca. 90 km entfernte und 900 m hoch gelegene Bukittinggi - eine Kleinstadt. Die üblichen Straßendörfer und die übliche tropische, kleinbäuerliche Landwirtschaft mit Kokospalmen, Bananenhainen, Reisfeldern, Fruchtbäumen wie Mango etc. sah man am Wegesrand vorbeiziehen. Später dann bewaldete Berge.

Das Wetter wurde ganz anders, in Padang noch blauer Himmel, hier dichte Wolken, mitunter Nieselregen, mittags in Bukittinggi vielleicht 24 Grad.

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>Uhrturm in Bukittinggi - auch hier viele Pferdekutschen, da es ein touristischer Spot ist. Auch in Bukittinggi ist die Dachform repräsentativer Bauwerke häufig durch den Minangkabau-Baustil geprägt.<

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>Die Hauptgeschäftsstraße Bukittinggi's - sie mündet oben am Uhrturm<

Aber es klarte zunehmend auf und abends gab's viel blauen Himmel und sogar den Vulkan Merapi zu sehen.


Nachdem ich in Bukittinggi selbst auch noch mal einen Minibus nehmen musste, kam ich schließlich an der gewünschten Stelle nahe der Brücke, die zwei Hügel verbindet, raus.

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>Die Brücke in Bukittinggi - die Straße unterhalb (Jalan A. Yani) ist das Zentrum der Traveller-Szene mit Cafe's, Restaurants, Homestay's etc.<

Auf dem einen Hügel lag das holländische Fort de Kock (so hieß auch die Stadt früher). Heute erstreckt sich über beide Hügel, verbunden durch besagte Brücke, der Zoo.

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>Im Zoo Bukittinggi's - das nachgebaute Minangkabau-Haus dient als Museum<

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>Im Museum - vor allem Tiere, von denen insbesondere diese ausgestopften, genetisch geschädigten Rinder interessant sind<

Viel zu sehen gibt's da nicht, aber es ist ein ruhiger Park, in dem ich auch hätte gemütlich lesen können, wenn ich meinen Roman mitgenommen hätte. Unsichtbare, aber lärmende Zikaden in den Bäumen, waren vielleicht noch die interessantesten Tiere (na gut, es gab auch z.B. 3 Känguruhs).

Ich stolperte allerdings zunächst mal in das Cafe gegenüber dem Busstop, trank einen guten Kaffee, verspeiste ein paar Spiegeleier mit Toast. Dort traf ich einen Einheimischen, der ein paar Jahre in Köln gearbeitet hat, in einem Billardcafe namens Pappalapap (oder so ähnlich) - das soll nahe dem Barbarossaplatz sein. Er brachte mich dann auch zum D'Enam Homestay. 3 Dollar/Nacht - preiswert, aber vielleicht nicht ruhig genug, weil hier einige ziemlich aufgemotzte Mopeds rumfahren [das erwies sich nicht als Problem].

Nach dem Zoobesuch kam ich noch mit ein paar anderen Einheimischen in Kontakt, u.a. am Sianok Canyon, der die Stadt auf einer Seite begrenzt. Hier hat sich ein Fluß 100 m tief in Lockersedimente eingegraben und bildet ein Tal mit z.T. senkrechten Wänden oder bewaldeten Hängen.

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>Blick in den Sianok Canyon, Bukittinggi<

Eine getreppte Fußgängerpromenade erlaubt Blicke in den Canyon und seinen Seitentälern, aber auch auf den Merapi-Vulkan, wenn dieser nicht in Wolken verschwunden ist.

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>Blick auf den Vulkan Merapi (2.891 m) in den Abendstunden, Bukittinggi<

Außerdem gibt's zahlreiche Souvenirstände und Äffchen, die gelegentlich eßbare Snacks zu stehlen versuchen. Manchmal werden sie mit Hunden in die Bäume zurückgetrieben - vermutlich eine notwendige Maßnahme.

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>Affe auf Stromleitung nahe dem Panorama Point, Bukittinggi<

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>Affen am Panorama Point<

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Ich war vor knapp 11 Jahren schon mal in Bukittinggi. An dieses Canyon-Panorama konnte ich mich noch gut erinnern, an den Zoo und die Brücke gar nicht. An Padang konnte ich mich überhaupt nicht erinnern, da war ich aber wahrscheinlich auch nur einen Tag auf der Durchreise.

Bukittinggi ist einer der bedeutendsten Touristenorte Sumatras. Los ist in Indonesien seit Jahren zwar praktisch nichts mehr, und auch hier sah ich bisher nur eine Handvoll Touristen, aber es gibt hier durchaus noch Touristeninfrastruktur im Ort. Etwa dieses Internetcafe, Guest Houses, ein paar für westliche Touristen gemachte Restaurants oder Bier (habe aber noch Keines getrunken, mir ist eher kalt!, Tee und Kaffee sagen mir mehr zu).

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>Clocktower Cafe, Bukittinggi<

Ich weiss nicht, ob man hier Reiseschecks wechseln kann, zwei Versuche schlugen fehl, in einer Bank sah man noch eine verfallene Wandtafel, wo Reiseschecks drauf stand, sie tauschten aber keinen ein. Ich habe dann mal meine Visacard am Automaten ausprobiert und der hat tatsächlich Geld ausgespuckt - beruhigend zu wissen!

Eben aß ich noch gebratene Nudeln mit einem leckeren (aber zu kleinem) Fisch. Hier auf der Hauptstrasse stehen mobile Verpflegungszelte mit Küche, Bänken, Stühlen drin. Aber ich musste vorher eines meiner langärmeligen Hemden auspacken, da ich es nach Einbruch der Dunkelheit doch etwas kühl empfand.


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