Sonntag, 9. August 2020

Bücherwelten: Dilek Güngör's Roman „Das Geheimnis meiner türkischen Großmutter“

Die deutsche Schriftstellerin mit türkischen Wurzeln veröffentlichte ihren Roman im Jahr 2007. Ich nehme an, er trägt autobiographische Züge. 

Geschildert wird ein mehrwöchiger Besuch der in Deutschland lebenden Kleinfamilie in einem anatolischen Dorf. Anlass ist der angekündigte Tod der Großmutter, die zunächst aber noch sehr schlagfertig ist. 

Die erwachsene Tochter war früher schon einmal dort, aber für sie ist es – als in Deutschland geborene Nachfahrin - immer wieder eine Reise in eine andere Welt, einschließlich konfliktträchtiger festgefügter anderer Sitten und Gebräuche, die sie so nie in Deutschland erfahren hat. 

Die Protagonistin versucht sich in diese patriarchalische Gesellschaft einzuleben, doch sie erfährt erstmals auch, warum ihre Eltern in Deutschland leben und welches düstere Familiengeheimnis, von dem in der Familie niemand reden will, auf der Familie lastet. 

Das Buch überzeugt mit der authentischen Schilderung eines vielleicht typischen osttürkischen Familienlebens einschließlich zugehöriger Wertvorstellungen und ist stilistisch sehr flüssig geschrieben. Es gefiel mir recht gut. 

Das Buch „zieht den Leser in seinen Bann, lebt weniger von dem, was geschieht, als vielmehr von der Schilderung des Umgehens der verschiedenen Menschen miteinander“, sagt radiergummi.

Samstag, 8. August 2020

Wanderung Kasbach – Minderberg – Linz am Rhein

Am letzten Sonntag. Ein 25-Grad-Tag. Diese Tour war gemäßigt, denn es ging weitgehend nur bergrunter. 


>Wanderroute, aufgezeichnet mittels der App „Komoot“. 11.4 km, insgesamt 70 Höhenmeter bergauf, 360 Höhenmeter bergrunter< 

Nach Kasbach kommt man mit einem alten Schienenbus durch das gleichnamige Tal von Linz am Rhein aus. Kann man mal machen, kostet 5 €.  


Ich wollte mal gucken, was die alten Vulkanruinen „Meerberg“ und „Minderberg“ so machen. Hier fand mal Basaltabbau statt: 


>Am Meerberg<


Leider hat man es dabei nicht belassen und anstatt wertvolle Biotope zu schaffen, befindet sich alles in schnöder Verfüll-Rekultivierung.



>Am Minderberg<


Im Grunde lohnt es sich nicht mehr besonders, dorthin zu gehen. 

Am Minderberg gab es mal eine tolle hochgelegene, alte Turm-Trafostation, aber neben den Aufbereitungsanlagen haben sie auch die Trafostation platt gemacht. Nach diesem bewaldeten Bereich kam ich bei Untererl auf die Felder. 

Der Blick reicht weit über das Rheintal hinaus: 




>Warnung ist gut. Kürzlich musste ich allerdings einen Weg passieren, der gesperrt war, weil vielleicht eine Raupe vom Baum fallen könnte. Das finde ich wenig zielführend und reichlich überzogen.<



>Blick Richtung Untererl<

Ich ging weiter nach Linz am Rhein: 


Das Cafe Wahnsinn nahe dem Marktplatz gibt es noch: Klar, ich bin dort eingekehrt: 


>Bier und Kuchen – das mache ich ja gerne mal im Sommer nach einer warmen Wandertour.<

Samstag, 1. August 2020

Wanderung Rheinbrohl – Ruine Hammerstein – Leutesdorf

Am letzten Sonntag. Ein 26-Grad-Tag. De oben angegebene Route gehört teilweise zum Rheinsteig-Wanderweg und ist sicherlich eine der schönen Etappen, die zum Naturpark Rhein-Westerwald gehört. 


>Route, aufgezeichnet mit der App „Komoot“. 12.3 km, 360 Höhenmeter bergauf, 360 Höhenmeter bergrunter.< 

Ich startete in Rheinbrohl und nach Durchquerung des Ortes stieg ich zur Rheinbrohler Ley auf. „Ley“ - so werden hier häufig die steilen Mittelrheintal-Felsen genannt. 


Das ist ein schöner Pfad dort hoch, vorbei an Schrebergärten und alten Obstbaumwiesen. Oben hat man den perfekten Blick das Rheintal lang nach Nordwesten und Südosten. Der Pfad führt hier recht nah an der etwa 100 m hohen Abbruchkante zum Rheintal lang:


>Pfade und Ausblicke an der Rheinbrohler Ley<


Es bedarf eines ziemlichen langen Umwegs, um durch das waldige Hammersteiner Bachtal nach Niederhammerstein zu kommen. Aber immerhin ging es weniger steil runter als befürchtet. 


>Runter ins Hammersteiner Bachtal nach Niederhammerstein<


Es sind ungefähr anderthalb Kilometer und etwa 130 Höhenmeter von dort zur Ruine Hammerstein. Ein schmaler Pfad führt zur Ruine:


Die Ruine liegt auf einem Bergsporn direkt am Rhein:


Der Aussichtspunkt zeigt wieder in beide Richtungen den Rhein, hier der Blick in Richtung Südosten nach Leutesdorf:


Die Ruine ist ein schöner Fleck und für Autos deutlich schlechter zu erreichen als etwa die Ruine der Löwenburg im Siebengebirge. 

Von der Ruine aus ging ich durch die Weinfelder nach Leutesdorf. 


>Weinbergweg: Schuttfanggitter<

Da ich in Leutesdorf den Zug um wenige Minuten verpasste, war ich noch im Bacchus Biergarten, der unter Bäumen direkt am Rhein liegt:


Um 20 Uhr war dort nichts mehr los, eine Maske musste ich dennoch aufsetzen, um zum Tischchen zu kommen und ein Corona-Zettel war auch auszufüllen. 

Egal, lobenswert ist, dass der Biergarten überhaupt noch auf hatte und ich bis 20:50 Uhr in Ruhe mein Weizenbier trinken konnte (3 andere Gäste war da auch noch anwesend).