Gestern. Um 4 Uhr bin ich aufgestanden; dennoch kein Problem, ein Moped aufzutreiben, das mich zum Hafen in Bastiong bringt - nur etwas teurer. Es ist noch dunkel, trotzdem reges Treiben an den Piers - die Bootsmotoren werden angeworfen, man wird fast vergiftet, kleine Staende sind aufgebaut, hinter denen Frauen Wasser und Fruehstueck verkaufen, dazwischen viele Reisewillige.
Nach dem richtigen Boot erkundigt man sich besser dreimal - mindestens. Fast waere ich noch in ein falsches Boot gestiegen. Gesucht, das Schnellboot nach Makian, um 5 Uhr soll es los fahren. Schnellboot gefunden, los gefahren ist es dann aber erst um 6 Uhr.
>Im Schnellboot<
Makian, eine Insel ca 40. km suedlich von Ternate. Im Reisefuehrer wird nur kurz erwaehnt, dass 1760 der Vulkan explodierte, 2.000 Menschen starben und 1988 die voruebergehende totale Evakuierung der Bevoelkerung erfolgte. Meine Karte sagt mir noch, dass es einige Doerfer dort gibt und ein Weg um die Insel fuehrt. Dass man aufgefressen werden koennte, steht nicht im Reisefuehrer - das habe ich mal als positives Zeichen gewertet.
Das Schnellboot ist relativ gross, auch viele Waren werden geladen. 2 Stunden dauert die Fahrt, zunaechst wurde noch die Nachbarinsel Moti angesteuert, auch dies natuerlich eine Vulkaninsel.
>Stop auf Moti<
>Blick auf Makian, von Moti aus gesehen<
>Ankunft auf Makian<
Ankunft. Klar, der Tourist steht direkt im Mittelpunkt. Mit Haenden und Fuessen versucht man Verstaendigung. Boromadini soll das Dorf heissen, wo man nun sei. Und nein, ein Schiff kommt heute nicht mehr vorbei, aber morgen frueh um 6 Uhr. Na hoffentlich, denke ich, will ja nach Manado fliegen. Um die Insel koenne man auch nicht fahren, der Weg ist zum Teil nur Fussweg.
Es gab - auf Verlangen - heissen Tee. Jemand erklaerte sich bereit, zum anderen Ende des Ortes mit mir zu fahren. Moped, schlechte Strasse, aber ueber Kilometer zieht sie sich hin.
>Am Ende des Ortes - noch eine Bruecke und dahinter fuehrt nur noch ein Pfad weiter.<
Je nach Standpunkt scheint es sich um ein grosses oder mehrere kleine zusammengewachsene Doerfer zu handeln. Jedenfalls Dorf, viele Menschen, noch mehr Kinder, zahlreiche Haustiere, die ueberall frei herumlaufen. Aber in die Moscheen wird viel Geld gesteckt - fragt sich nur, von wem?
Am Wegesrand liegen Matten mit Nuessen und Blueten aus. Die Nuesse wachsen im Wald. Die Blueten werden zu einer Hautsalbe verarbeitet, wenn ich es richtig verstanden habe.
Dorf - mit allen fuer den westlichen Touristen verbundenenen Nachteilen. Es gibt kein kuehles Getraenk mehr, weil es keine Kuehlschraenke gibt, kein Fan, geschweige denn Aircon in den Raeumen, keine Moskitonetze. Strom gibt es allerdings sehr wohl - und die meisten Haeuser haben heutzutage sogar Energiesparlampen.
Wir gingen zu Fuss zurueck.
>Blick auf die Insel Moti<
Unterwegs, ein Fest, es wird getrommelt und gesungen.
Ein Englisch-Lehrer spricht mich an, ich solle mit zu seiner Schule kommen, mich vorstellen, alle seien begeistert ob des Touristen. Das haben wir dann auch gemacht, ein kurzer Trip auf seinem Moped, zwei Schulklassen-Besuche, ein paar kurze Gespraeche in den gemischten Klassen. Alle waren begeistert.
Spaeter, bei meinem Mofafahrer zu Gast, gab's Kekse und Pekari-Nuesse. Sie wurden frisch fuer mich von den Frauen geknackt.
>Frauen beim Nuesse knacken, ansonsten sitzen sie in der Naehe auf der Bank und kuemmern sich z.B. um die Kinder<
Ich bekam ein Ruhezimmer zugewiesen, konnte es dort aber nicht aushalten, es war einfach zu heiss. Ueberall ist es zu heiss, am besten ist es noch draussen im Schatten auszuhalten, weil manchmal ein Luftzug weht.
Spaeter, der Sonnenstand aenderte sich, unter der Kokospalme wurde es zu warm, zog ich zum Nachbarhaus um. Jemand kletterte fuer mich auf eine Kokospalme, erntete einige Nuesse - also, Kokosmilch gab's. Viele Kinder und neugierige Personen sind um das Haus versammelt, auch die Huehner sind neugierig.
Noch spaeter. Die Frau des Ortsvorstehers kommt vorbei. Sie kann etwas Englisch. Sie laedt mich in in ihr Haus ein. Ihre Schwestern sind auch da - und Kinder, logisch. Das Haus ist relativ gross - und fuer unser Empfinden weitgehend leer - Moebel wie Schraenke etc. gibt es kaum. Der Boden ist gefliest, man sitzt ueblicherweise dort auf dem Boden, angelehnt an der Wand.
>Im Haus der Gastgeberin. Links hinter dem blauen Vorhang ist das mir fuer die Nacht zugewiesene Zimmer - selbstverstaendlich ist dort ein Bett drin.<
Ab und zu schleicht eine Katze oder latscht ein Huhn durch das offene Haus, vor dem Haus sammeln sich immer mal neugierige Kinder:
Ich bekomme ein Zimmer fuer die Nacht zugewiesen. Es wird Tee gekocht, spaeter waren wir am schwarzen Strand und spazierten noch durch's Dorf. Spaeter Nachmittag, das Klima ist ertraeglicher.
>Oben, unten: die Gastgeberin (links) und einer ihrer Schwestern<
Es dunkelt, Bananen werden gebraten und es gibt eine Nudelsuppe. Es haette auch frisch gefangenen Fisch gegeben, aber ich hatte keinen Hunger auf ein groesseres Mahl.
>Hausumgebung<
Es dunkelt, die Huehner ziehen sich auf die Baeume zurueck. Aber die Mittagshitze bleibt in den Haeusern haengen. Die Nacht wird hart. Irgendwann gehe ich zu Bett, stelle mich tot, da man bei jeder Bewegung ins Schwitzen kommt. Wenigstens mein Anti-Brumm-Insektenspray habe ich dabei. Ich schaetze, es half, dort war ich sicherer, als hier im lausigen Internetcafe.
Am naechsten Morgen bin ich vor dem Wecker wach, das Hahnenkonzert war umwerfend. Strom gab es nicht, im Dunkeln suchte ich meine Sachen zusammen. Ich hinterlegte einen Schein, um die Unkosten zu decken (sie wuerden niemals Geld annehmen.) Die Frau des Dorfvorstehers und eines ihrer Kinder begleiten mich zur nahegelegenen Anlegepier.
>An der Anlegepier, ganz links meine Gastgeberin<
Kurz nach 6 Uhr kommt tatsaechlich das angekuendigte Schnellboot. Man sieht es schon aus der Ferne.
>Juchhu, das Schiff kommt!!<
Nach dem richtigen Boot erkundigt man sich besser dreimal - mindestens. Fast waere ich noch in ein falsches Boot gestiegen. Gesucht, das Schnellboot nach Makian, um 5 Uhr soll es los fahren. Schnellboot gefunden, los gefahren ist es dann aber erst um 6 Uhr.
>Im Schnellboot<
Makian, eine Insel ca 40. km suedlich von Ternate. Im Reisefuehrer wird nur kurz erwaehnt, dass 1760 der Vulkan explodierte, 2.000 Menschen starben und 1988 die voruebergehende totale Evakuierung der Bevoelkerung erfolgte. Meine Karte sagt mir noch, dass es einige Doerfer dort gibt und ein Weg um die Insel fuehrt. Dass man aufgefressen werden koennte, steht nicht im Reisefuehrer - das habe ich mal als positives Zeichen gewertet.
Das Schnellboot ist relativ gross, auch viele Waren werden geladen. 2 Stunden dauert die Fahrt, zunaechst wurde noch die Nachbarinsel Moti angesteuert, auch dies natuerlich eine Vulkaninsel.
>Stop auf Moti<
>Blick auf Makian, von Moti aus gesehen<
>Ankunft auf Makian<
Ankunft. Klar, der Tourist steht direkt im Mittelpunkt. Mit Haenden und Fuessen versucht man Verstaendigung. Boromadini soll das Dorf heissen, wo man nun sei. Und nein, ein Schiff kommt heute nicht mehr vorbei, aber morgen frueh um 6 Uhr. Na hoffentlich, denke ich, will ja nach Manado fliegen. Um die Insel koenne man auch nicht fahren, der Weg ist zum Teil nur Fussweg.
Es gab - auf Verlangen - heissen Tee. Jemand erklaerte sich bereit, zum anderen Ende des Ortes mit mir zu fahren. Moped, schlechte Strasse, aber ueber Kilometer zieht sie sich hin.
>Am Ende des Ortes - noch eine Bruecke und dahinter fuehrt nur noch ein Pfad weiter.<
Je nach Standpunkt scheint es sich um ein grosses oder mehrere kleine zusammengewachsene Doerfer zu handeln. Jedenfalls Dorf, viele Menschen, noch mehr Kinder, zahlreiche Haustiere, die ueberall frei herumlaufen. Aber in die Moscheen wird viel Geld gesteckt - fragt sich nur, von wem?
Am Wegesrand liegen Matten mit Nuessen und Blueten aus. Die Nuesse wachsen im Wald. Die Blueten werden zu einer Hautsalbe verarbeitet, wenn ich es richtig verstanden habe.
Dorf - mit allen fuer den westlichen Touristen verbundenenen Nachteilen. Es gibt kein kuehles Getraenk mehr, weil es keine Kuehlschraenke gibt, kein Fan, geschweige denn Aircon in den Raeumen, keine Moskitonetze. Strom gibt es allerdings sehr wohl - und die meisten Haeuser haben heutzutage sogar Energiesparlampen.
Wir gingen zu Fuss zurueck.
>Blick auf die Insel Moti<
Unterwegs, ein Fest, es wird getrommelt und gesungen.
Ein Englisch-Lehrer spricht mich an, ich solle mit zu seiner Schule kommen, mich vorstellen, alle seien begeistert ob des Touristen. Das haben wir dann auch gemacht, ein kurzer Trip auf seinem Moped, zwei Schulklassen-Besuche, ein paar kurze Gespraeche in den gemischten Klassen. Alle waren begeistert.
Spaeter, bei meinem Mofafahrer zu Gast, gab's Kekse und Pekari-Nuesse. Sie wurden frisch fuer mich von den Frauen geknackt.
>Frauen beim Nuesse knacken, ansonsten sitzen sie in der Naehe auf der Bank und kuemmern sich z.B. um die Kinder<
Ich bekam ein Ruhezimmer zugewiesen, konnte es dort aber nicht aushalten, es war einfach zu heiss. Ueberall ist es zu heiss, am besten ist es noch draussen im Schatten auszuhalten, weil manchmal ein Luftzug weht.
Spaeter, der Sonnenstand aenderte sich, unter der Kokospalme wurde es zu warm, zog ich zum Nachbarhaus um. Jemand kletterte fuer mich auf eine Kokospalme, erntete einige Nuesse - also, Kokosmilch gab's. Viele Kinder und neugierige Personen sind um das Haus versammelt, auch die Huehner sind neugierig.
Noch spaeter. Die Frau des Ortsvorstehers kommt vorbei. Sie kann etwas Englisch. Sie laedt mich in in ihr Haus ein. Ihre Schwestern sind auch da - und Kinder, logisch. Das Haus ist relativ gross - und fuer unser Empfinden weitgehend leer - Moebel wie Schraenke etc. gibt es kaum. Der Boden ist gefliest, man sitzt ueblicherweise dort auf dem Boden, angelehnt an der Wand.
>Im Haus der Gastgeberin. Links hinter dem blauen Vorhang ist das mir fuer die Nacht zugewiesene Zimmer - selbstverstaendlich ist dort ein Bett drin.<
Ab und zu schleicht eine Katze oder latscht ein Huhn durch das offene Haus, vor dem Haus sammeln sich immer mal neugierige Kinder:
Ich bekomme ein Zimmer fuer die Nacht zugewiesen. Es wird Tee gekocht, spaeter waren wir am schwarzen Strand und spazierten noch durch's Dorf. Spaeter Nachmittag, das Klima ist ertraeglicher.
>Oben, unten: die Gastgeberin (links) und einer ihrer Schwestern<
Es dunkelt, Bananen werden gebraten und es gibt eine Nudelsuppe. Es haette auch frisch gefangenen Fisch gegeben, aber ich hatte keinen Hunger auf ein groesseres Mahl.
>Hausumgebung<
Es dunkelt, die Huehner ziehen sich auf die Baeume zurueck. Aber die Mittagshitze bleibt in den Haeusern haengen. Die Nacht wird hart. Irgendwann gehe ich zu Bett, stelle mich tot, da man bei jeder Bewegung ins Schwitzen kommt. Wenigstens mein Anti-Brumm-Insektenspray habe ich dabei. Ich schaetze, es half, dort war ich sicherer, als hier im lausigen Internetcafe.
Am naechsten Morgen bin ich vor dem Wecker wach, das Hahnenkonzert war umwerfend. Strom gab es nicht, im Dunkeln suchte ich meine Sachen zusammen. Ich hinterlegte einen Schein, um die Unkosten zu decken (sie wuerden niemals Geld annehmen.) Die Frau des Dorfvorstehers und eines ihrer Kinder begleiten mich zur nahegelegenen Anlegepier.
>An der Anlegepier, ganz links meine Gastgeberin<
Kurz nach 6 Uhr kommt tatsaechlich das angekuendigte Schnellboot. Man sieht es schon aus der Ferne.
>Juchhu, das Schiff kommt!!<









4 Kommentare:
Schoenen Gruss aus Hanoi. Hier ist es nicht zu heiss mit 17 Grad. Morgen geht es nach Hue, dann wird es endlich waermer....hoffentlich
Nach Deinen super Reiseberichten kann ich mich sehr gut in Deine Reise-Situationen versetzen. Die körperlichen Klima-Strapazen sind schon echt heftig. Aber es ist auch schön über die Gastfreundlichkeit und Deine Anerkennung zu lesen.
Die wichtigsten Verständigungswörter hast Du auch schon als selbstverständigen Wortschatz. Ich finde das grandios und bewundernswert,wahrscheinlich weil ich mich das nicht traue.
Soviel Moped,wie in diesem Urlaub,
bist Du noch nie gefahren.Nicht das Du Dir dieses Jahr ein Moped zulegst?
Weiterhin gutes Reise-Gelingen
Viele Grüsse aus Jülich
Deinen Schilderungen nach, mußt Du Dir in diesem Bereich vorkommen, wie ein Entdecker. Du wirst sozusagen von den Honoratioren der Insel herumgereicht, eingeladen, bestaunt, bewundert etc. etc.
Aber die Hitze, diese unsägliche macht das Leben schwer. Du bist nicht zu beneiden. ;-(
Doch, doch, andere Urlaube hatten auch hohe Mopedanteile - hier sind es zum Glueck meist nur kurze Strecken unter 10 km.
Kommentar veröffentlichen